Die Zeitung Nr. 4

Äusserungen von Stadtpräsident Alex Tschäppät zu Road Pricing

Medienmitteilung vom 21. August 2007

In Umfragen zur Lebensqualität rangiert das Verkehrsproblem stets ganz oben. Mit dem prognostizierten Verkehrswachstum wird der Handlungsdruck weiter zunehmen. Zudem setzt sich die Stadt Bern mit der Energiestrategie ein ehrgeiziges Ziel: Reduktion des motorisierten Individualverkehrs um 10% bis im Jahr 2015. Nicht nur deswegen betrachtete die Stadt Bern Road Pricing bis anhin "als eine Option, die man sich offen halten müsse". Nun fällt Stadt­präsident Alex Tschäppät den langjährigen Promotoren der Idee in den Rücken.

Die Verkehrssituation Berns ist nicht mit jener von London, das als Paradebeispiel einer erfolgreichen Einführung von Road Pricing gilt, vergleichbar. Aber Road Pricing ist kein starres Modell, das von einer Stadt auf die andere übertragen werden kann oder muss. Ein Vorteil eines Verkehrslenkungsinstrumentes wie Road Pricing ist es ja gerade, dass es je nach Verkehrssituation, Problemstellung und Zielsetzungen an konkrete lokale Bedürfnisse angepasst werden kann. Ein voreiliges Zurückweisen von Road Pricing ist kurzsichtig und die Stadt Bern vertut sich damit eine Chance. Dass Stadtpräsident Tschäppät ausgerechnet jetzt, da auf verschiedenen Ebenen Abklärungen laufen, Road Pricing ohne neue Erkenntnisse und ohne fundierte Grundlage als "zu kompliziert" abtut, ist nicht nachvollziehbar.

Vor allem rechtliche Hürden blockierten bislang konkrete Pläne für Road Pricing in Bern. Evi Allemann, Präsidentin von "Läbigi Stadt" und Nationalrätin, hat deshalb im Nationalrat eine Motion eingereicht, welche verlangt, dass ein befristetes Bundesgesetz für Road-Pricing-Pilotprojekte erarbeitet wird. Während der Kanton, viele Städte und geplagte Quartiere auf die weiteren Empfehlungen des Bundes warten, prescht Stadtpräsident Tschäppät unnötig vor. "Läbigi Stadt" ist jedoch überzeugt, dass Bern mit dem Rückenwind des Stadtrates weiterhin neue, innovative Ansätze in der Verkehrspolitik verfolgen wird.

Nadine Masshardt
Medienverantwortliche "Läbigi Stadt"

Für Auskünfte wenden Sie sich bitte an:

Michael Aebersold, Stadtrat, Vorstand "Läbigi Stadt": 079 506 50 04
Evi Allemann, Präsidentin "Läbigi Stadt": 079 560 72 94
Nadine Masshardt, Grossrätin, Vorstand "Läbigi Stadt": 079 312 79 80

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